Kuhleid

Ich halte es kaum aus. Auf dem Hof nebenan wurde wohl vor drei Tagen ein Kälbchen geboren. Wie auf Milchhöfen üblich wurde es dann von der Mutter getrennt weggesperrt. Viele Leute denken ja immer noch, Milch trinken sei tierrechtlich nicht so schlimm.
Aber dann haben die noch nicht so ein weinendes Kalb gehört.

Schon den dritten Tag (und Nacht) ruft es jetzt nach seiner Mama. Herzzereissend!
Ich halte das kaum aus, zumal ich ja selbst mein Kind im Bauch trage.
Habe schon 2 Nächte ganz furchtbar schlecht geschlafen. Immerzu hörte ich das Kälbchen weinen. Ich dachte eigentlich erst, das sei die Mutter, die nach ihrem Kind ruft. Aber meine Ma war eben drüben und hat für mich gefragt… es ist tatsächlich das Kleine, dass nach seiner Mama schreit.

Ich weiß, dass manche Biohöfe immerhin ein paar Tage (2 Wochen?) Kuh und Kalb trennen, aber ob das jetzt sooo viel besser ist? Wäre es mir „lieber“, mein Baby würde mir direkt nach der Geburt entrissen und ich dürfte es nicht sehen bzw. es würde im Nachbarzimmer brüllen wie am Spieß … oder wenn ich es erst stillen dürfte, eine Bindung aufbauen… und dann würde es mir genommen? Kann mich kaum entscheiden, was toller ist.

Vielleicht denken alle, die Milch(produkte) konsumieren mal darüber nach.
Mir hat das damals die Augen geöffnet, als mir ein Veganer von diesem Umstand erzählt hat. Ich wollte nie wieder Milch.
Abgesehen davon, dass es schon irgendwie pervers ist, dass Menschen einem anderen Lebewesen dessen Muttermilch stehlen… die ist für Ferkel gemacht und nicht für Menschen. Nachgewiesenermassen ist das ja auch tatsächlich nicht so gesund für erwachsene Menschen wie jahrelang behauptet wurde.
Laktoseintoleranz ist keine Krankheit, sondern eine natürliche Abwehrreaktion eines gesunden Körpers, der sich weigert, Milch zu sich zu nehmen. Davon bin ich überzeugt.

Und es gibt so tolle Alternativen!! Hafermilch, Mandelmilch, Dinkelmilch, Reismilch… usw. … Geht auch! Probiert es mal aus!! 🙂

Mit Mandelmilch kann man leckersten „Latte Macchiato“ machen! Schäumt super und schmeckt lecker (zumindest mit der vorgesüssten, z.B. Provamel).

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17 Gedanken zu “Kuhleid

  1. Ich bin den Tränen gerade sehr nahe :‘-(
    Die Vorstellung ist so schrecklich, dass ich mir immer sicherer werde, dass mir ein veganes Leben besser gefällt… das arme Kälbchen 😦 😦 😦

    • Ja, so ging es bei mir auch los mit dem veganen Leben. Mir hat damals ein Veganer auch von so einem Kälbchen erzählt, dass er auf dem Jakobsweg neben dem Stall leidend und weinen gesehen hatte… das hat ihn ebenfalls zum Veganer gemacht. Und die Geschichte mit den getöteten männlichen Küken kennt man ja… oder? Ich wusste das damals auch nicht. Hat der gleiche Typ (nur via Internet) mir geschrieben. War mir nicht klar, dass männliche Küken in Massen vernichtet werden, weil sie für die „Eierproduktion“ ungeeignet sind… In manchen Bundesländern ist zum Glück inzwischen der Massen-Schredder verboten. Aber das „Problem“ besteht natürlich immer noch… und ich glaube, Vergasungs-Anlagen für Küken sind noch erlaubt.

  2. furchtbar 😦 hier ein paar Häuser weiter dasselbe. Und ich sehe auch des öfteren den Schlachttransporter und muss mich dann regelrecht im Haus verstecken und die Schreie beim Einladen nicht zu hören. Pfui!
    Milch gibts hier wirklich schon lange nicht mehr – nur ganz ab und zu mal ne Tafel Schoki, wobei ich heute auch ganz tapfer die Vollmilch liegen hab lassen und die vegane Alternative gegriffen hab. Langsam ist mein Schokohunger echt besser. Zum Glück…

    • Subs, so bin ich mit 13 zur Vegetarierin geworden. Der andere Nachbarhof hier hatte damals noch Schweine. Mein Schulweg führte daran vorbei, nur ein enger Schotterweg, unasphaltiert… Eines morgens auf dem Weg zur Schule versperrte der Schlachttransporter den Weg und ich konnte nicht mit dem Fahrrad vorbei. Ein paar Minuten stand ich dahinter, sah wie die Schweine in den Wagen geprügelt wurden- unter herzzerreißenden Schreien. Um ihr Leben. Und ja, das waren noch Schweine die es „so gut“ hatten, dass sie sich draußen im Dreck suhlen durften. Ich bin dann über einen Hinterausgang im Garten meiner Eltern einen anderen (Um-)Weg zur Schule gefahren… aber seit dem Tag habe ich beschlossen, dass kein Tier mehr meinetwegen leiden sollte. Leider dachte ich damals, das sei damit getan, kein Fleisch mehr zu essen. Dass man wirklich nur konsequent ist, wenn man vegan lebt, habe ich ja erst vor einem Jahr erkannt, ich dumme Nuss. Naja, besser spät als nie. Aber es fühlt sich gut und richtig an… auch wenn ich bestimmt immer noch nicht alles tue um den armen Geschöpfen zu helfen…. aber ich mache es, so gut ich kann.

      • Eine Sau von diesem Bauern war es übrigens, die eines Tages weglief um im Garten meiner Eltern, ganz hinten im Gebüsch ihre Kleinen zu gebären. Meine Ma hörte seltsame geräusche und fand eine dicke Sau mit 10 Kleinen, die genüsslich an den Zitzen saugten. 😉 Tat ihr sehr weh, dann dem Bauern Bescheid sagen zu müssen… der hat sie mit der Schubkarre abgeholt. 😦 Tiere sind sooo schlau!

  3. Kennt Ihr Hof Butenland, diesen Gnadenhof (und Kuh-Altersheim)?
    Dort unter einem Video fand ich heute eine wundervolle Geschichte einer Tierärztin, die beschreibt, wie klug Kühe sein können und wie sehr sie um ihre Kälbchen kämpfen können:

    „Ich möchte Ihnen gerne eine Geschichte erzählen, die so wahr wie herzzerreißend ist. Als ich die Schule für Tiermedizin abgeschlossen hatte, arbeitete ich in einer Tierarztpraxis für Milchviehbetriebe. Aufgrund meines sanften Umgangs mit den Milchkühen war ich als Tierärztin sehr beliebt.

    Eines Tages rief mich ein Kunde wegen eines Mysteriums an: Eine seiner Kühe hatte in der vorangegangenen Nacht ihr fünftes Kalb auf natürlichem Wege auf der Weide zur Welt gebracht. Sie führte das Neugeborene zum Stall, wo es ihr wiederum weggenommen wurde. Sie selbst wurde in die Melkanlage gestellt. Ihr Euter war jedoch leer. Dies blieb auch in den kommenden Tagen so.
    Als frische Mutter sollte die Kuh normalerweise täglich über 40 Liter Milch produzieren, aber obwohl sie bei bester Gesundheit war, enthielt ihr Euter nie die großen Milchmengen, die für eine frisch entbundene Kuh typisch gewesen wären. Sie ging jeden Morgen nach dem ersten Melken auf die Weide, kam am Abend zum Melken zurück und durfte für die Nacht wieder auf die Weide. Damals war es Rindern und Kühen noch erlaubt, einen Funken Freude und ein Stück ihrer natürlichen Lebensweise zu erfahren.
    So hat man mich also angerufen, um die geheimnisvolle Kuh zweimal während der ersten Woche nach der Geburt zu untersuchen. Ich konnte jedoch keine Lösung für dieses Rätsel finden.

    Schlussendlich, elf Tage nach der Geburt, rief mich der Landwirt an. Eines Tages ist er der Kuh nach dem morgendlichen Melken hinaus auf die Weide gefolgt und hat die Lösung entdeckt: Die Kuh hatte Zwillinge geboren.
    Eines der Kälber hatte sie zum Landwirt gebracht, das andere hielt sie in den Wäldern am Ende der Weide versteckt. So konnte sie jeden Tag und jede Nacht bei ihrem Kind sein — das erste, das sie endlich selbst säugen durfte. Ihr Kalb genoss die Milch und das Säugen. Obwohl ich den Landwirt anflehte, Kuh und Kalb nicht zu trennen, verlor sie auch dieses Kind — es landete in der Hölle der Kälbermastbuchten.

    Denken Sie einen Moment über die komplexen Gedankengänge nach, die diese Mutter gezeigt hat:
    Zuallererst hatte sie Erinnerungen an ihre vier vorherigen Verluste. Jedesmal, wenn sie ein Kalb in den Stall brachte, hat sie es nie wieder gesehen (herzzerreißend für jede Säugetiermutter).
    Als zweites hat sie sich einen Plan gemacht und durchgeführt: Wenn sie die Kälber zum Landwirt bringt, bedeutet das, dass sie beide verlieren würde. Also sollte sie ihre Kälber lieber verstecken, indem sie diese im Wald liegen lässt, bis sie zurückkehrt. Doch beide zu verstecken, hätte das Misstrauen des Landwirts zur Folge gehabt (schwangere Kuh verlässt am Abend den Stall, nicht schwangere Kuh kommt am nächsten Morgen ohne Nachwuchs zurück). Also gab sie dem Landwirt eines der Kälber und behielt das andere — ich weiß nicht, was ich selbst gemacht hätte.

    Ich kann Ihnen auch nicht sagen, warum sie wusste, dass sie es so tun muss — es scheint naheliegender, dass eine verzweifelte Mutter beide verstecken würde.
    Alles was ich weiß ist, dass sich viel mehr hinter diesen wunderschönen Kuhaugen abspielt, als wir Menschen ihnen zutrauen. Und ich als Mutter, die alle ihre vier Kinder selbst stillen und versorgen durfte und nicht die Qualen des Verlustes meiner geliebten Kinder ertragen musste, fühle ihren Schmerz.“

    Dr. med. vet. Holly Cheever

  4. Wirklich bewegende Worte, die mich noch einmal mehr darüber nachgrübeln lassen, ob ich wirklich weiterhin Milch konsumieren möchte. Ich unserer Welt läuft sooo viel falsch. Die armen Tiere müssen so unter uns leiden! Und jeder Mensch der sagt, dass Tiere keine Gefühle haben, gehört auch in einen Käfig gesperrt! 😦

    Wenn ich mir vorstelle, jemand würde mir nach der Geburt mein Kind wegnehmen…. 😦

    • Ja, so sieht es leider aus mit uns Menschen. Ich hoffe sehr, dass immer mehr Menschen anfangen, ihren Kopf zu benutzen und ihre Gefühle wieder anzuschalten und zu verstehen, dass Tiere wie wir Menschen empfindliche Geschöpfe mit Gefühlen sind. Warum sollte ein Tier keinen Schmerz fühlen? Und die Geschichte von der Kuh mit den Zwillingen beweist ja, wie schlau Tiere sein können. Ich finde es anmaßend von uns Menschen, immer zu denken, wir seien die Chefs der Welt. Uns gibt niemand das Recht dazu, die Natur und die Tiere auszubeuten.

  5. Mein großer Sohn hatte vorletztes Jahr das Thema „Kühe“ als Hauptinteressengebiet und so erfüllten wir ihm einen Wunsch und machten Urlaub auf dem Bauernhof, wo es Milchkühe gab und wir beim Melken etc dabei sein konnten. Die Bauernfamilie war unglaublich nett und für sie war diese Arbeit ganz normal, aber für mich brachte dieser Urlaub so viel an`s Licht. Vorher war mir das nicht bewusst gewesen, dass die Kälber von den Müttern getrennt werden (wir haben sie dann selbst mit der Flasche gefüttert), allein das Kraftfutter und die prophylaktische Antibiotikagabe haben mich entsetzt. Ich habe schon laaaaange Jahre vorher keine Kuhmilch getrunken, aber noch nicht ganz vegan gegessen. Dieser Urlaub hat mich wirklich geprägt.
    Dieses Schreien, von dem du erzählst, muss auch schrecklich sein.
    Klar, dieses Landleben mit den Tieren trägt natürlich auch eine Romantik in sich. Und meine Kinder lieben es, dass im Sommer neben unserem Haus die Kühe auf der Weide stehen. Aber dieses „große Ganze“, vor allem wenn Tiere schlecht behandelt werden, das macht mich traurig. (und dennoch kann auch ich momentan nicht auf Schokolade verzichten…)

    • Du, es gibt ganz wunderbare vegane Schokolade!!! 🙂 Kann Dir gerne Tipps geben.
      Wirkung ist die gleiche wie mit Milch.
      Gut, dass Dich der Urlaub nicht kalt gelassen hat. Ich hoffe, Dein Sohn hat das auch mitbekommen.
      Romantik. Tja. Wart Ihr mal auf Hof Butenland? Ist doch in Eurer Nähe, oder? DA leben romantische Kühe! ABER WIE! So muss das aussehen in meinen Augen. Da wird eine Kuh dann 25 Jahre anstatt der 4-5 Jahre, die eine Milch“maschine“ leben darf…

  6. Ja Vegan ist das, was konsequent ist. Ich freue mich, über jedes vegane Gericht, was ich koche. Noch gibt es aber ab und an Käse und für Joghurt hab ich noch keinen leckeren Ersatz gefunden… Aber der Anfang ist gemacht und zum Glück zur sich einiges auf dem Markt und neue Produkte kommen.

    • Jeder wie er kann! 😉 Und jeder noch so kleine Schritt in die vegane Richtung ist so viel wert und hilft den Tieren! 🙂 Weiter so! 🙂 Ich bin auch nicht perfekt… bei Honig und Wolle mache ich manchmal Ausnahmen…

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