Es geht!

2015-01-12_1421085343

Es geht jetzt doch vorwärts. Ein bisschen immerhin.
Ich war endlich beim Arbeitsamt. Ein gruseliges Gefühl und eine abschreckende Atmosphäre. Tolles Publikum. Ähem. Muss ich definitiv nicht dauerhaft haben, die Besuche dort.
Aber nach wie vor bin ich sicher, dass meine Entscheidung die richtige ist, jetzt erstmal auch als Alleinerziehende für mein Kind da sein zu wollen. In meinem näheren Umfeld sind sooo viele Frauen, die es ebenso gemacht haben. Eine sagte mir neulich sogar, sie habe es beim ersten Kind wissen wollen und sei sofort wieder arbeiten gegangen und sie habe es bereut. Kind schon mit einem Jahr in der Krippe und Mama auf dem Zahnfleisch gehend, weil sie alles unter einen Hut bekommen wollte (als Alleinerziehende – wohlgemerkt!). Sie würde es nie wieder so machen, sagte sie. Jetzt beim Zweiten würde sie es genauso machen wie bei mir geplant.
Zumal bei mir ja noch die besondere Situation hinzu kommt, dass ich gar keinen Job mehr habe. Ich muss bei Null anfangen. Und da ist erstmal Planen angesagt. Was will ich? Das Gleiche in Grün nochmal aufbauen? Was ganz anderes machen?
Der Kopf rattert und das Herz auch. Pläne, Gedanken, Brainstorming. Ich brauche das gerade und das tut soo gut!
Ich sehe es als Chance, auch wenn mich manchmal die panischen Gedanken heimsuchen, dass alles nichts wird.
Das wird!!

Und ja, ich werde dafür schief beäugt, habe mich mit Vorurteilen rumzuschlagen- sogar in der eigenen Familie. Aber das muss mir egal sein, es ist meine Entscheidung.
Ich habe das Recht, für mein Kind da zu sein und mein Gefühl sagt mir, dass ich das auch genauso möchte. Das hat nichts mit Arbeitsverweigerung zu tun oder Unwillen zu arbeiten (im Gegenteil- wer selbst Kinder hat, weiß, was für ein anstrengender (wenn auch weltschönster!!) 24-Stunden-Job das ist!!
Ich möchte einfach mein Kind nicht in die Obhut Fremder geben. So meine Entscheidung. Das wusste ich von Anfang an. Jedenfalls nicht, solange es unter 3 ist und mir nicht in Worten erzählen kann, was am Tag passiert ist, ob es sich dort wohl gefühlt hat oder nicht, ob es die oder den Betreuer mag und so weiter. Die ersten Jahre sind so prägend für die Persönlichkeit. Da möchte ich mein Kind gerne selbst in die Welt begleiten, wenn’s geht.
Es ist so wunderbar und diese Zeit wird nie wiederkehren und sie wird sowieso so schnell vergehen.

Das heisst nicht, dass mein Kind keine sozialen Kontakte haben soll.
Im Gegenteil. Das Netzwerk, das sich inzwischen hier gebildet hat- durch diverse Gruppen (allen voran tatsächlich eine Whatsapp-Gruppe, die eine Freundin aus der Alleinerziehenden-Gruppe initiiert hat!) ist wundervoll und wertvoll. Für mich einer der Gründe, diese Stadt doch erstmal nicht mehr verlassen zu wollen. Es gibt so tolle Menschen hier!

Das Menschlein und ich haben jetzt wöchentlich drei feste Termine!
Also eigentlich zwei. Montags gehen wir zur Spielgruppe. Mittwochs hat Mama ihr Alleinerziehenden-Treffen (wo das Menschlein aber ebenfalls gern gesehen ist, die älteren Kinder werden sogar betreut!) und freitags, ganz neu: Musikgarten in der Musikschule!

Letzeres könnte ich ja im Prinzip selbst vermitteln, tue ich auch zuhause, ganz „automatisch“, aber ich liebe diese Gruppen ehrlich gesagt auch für mich- um einfach mal raus zu kommen! Das tut sooo gut- sowohl mir als auch dem Menschlein.

Heute war er so oberhappy. Wir hatten erst Musikgarten und haben dann noch eine liebe Freundin besucht, wo wir zwei weitere Mamas getroffen haben, die ich noch nicht „live“ kannte: Die liebe F. mit ihrem Baby und endlich (!) Lena vom Apfelgarten-Blog! Lena ist mindestens genauso nett und toll, wie ich sie mir immer vorgestellt habe. Hat mich sehr gefreut!
Ich sag ja. Netzwerk wächst. Und das ist einfach wundervoll.

Ihr merkt schon. Ich bin voller positiver Energie.

Jetzt werde ich mich mit den Unterlagen fürs Amt rumschlagen und eine Wohnung suchen. Zwecks Nestbau. Nachträglich sozusagen. Ich freue mich so sehr darauf, endlich wieder „eigene“ 4 Wände zu haben, das hätte ich nie für möglich gehalten.
Es ist einfach kein Zustand hier, in einem Zimmer mit Kind und zwei Mietzen, zum Essen, fürs Bad und die Küche immer unten in die „Wohnung“ der Eltern zu müssen… geht auf Dauer nicht, so nett sie auch sein mögen. Man lebt wie in einer WG und das zieht mich oft runter. Früher habe ich es höchstens 3 Tage bei meinen Eltern ausgehalten. Ein Wunder, dass ich es jetzt noch ertrage… aber was blieb mir bisher anderes übrig.
Alles wird gut!

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4 Gedanken zu “Es geht!

  1. Ich bin ja auch absolute Gegnerin von Leuten die das System ausnutzen und sich auf Staatskosten ein schönes Leben machen, aber für Frauen wie dich, die für ihr Kind da sein wollen, genau für solche sollte das System sorgen und sich auch kümmern. Also weg mit dem schlechten Gewissen und der dem Unwohlsein. Kein Geld oder Job der Welt kann das wieder gut machen was du jetzt versäumst und dir steht ein eigenes Leben und auch eigene 4 Wände zu:-D Kopf hoch, das wird schon alles werden und ich wünsche euch einen tollen Start ins ganz „eigene“ Leben!

    • Liebe Sissy, danke für die lieben Worte! Das tut gut! Denke eigentlich ganz genau so, aber es fällt mir trotzdem schwer!! Zukunft ist aber in Planung und ich hoffe einfach, ich muss nicht länger als die 2 Jahre „das System“ ausnutzen.

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