Frohes Fest!

Über die Feiertage, vor allem Weihnachten und Ostern, komme ich immer ins Grübeln über meinen eigenen Glauben.

Ich bin spät (13) und evangelisch getauft und konfirmiert, war im Religionsunterricht immer gut bis sehr gut und hatte Reli sogar als drittes Prüfungsfach im Abi.

Aus dem Unterricht dort habe ich viel Positives mitgenommen. Über Nächstenliebe, Toleranz gegenüber anderen Religionen und sogar anregende philosophische Themen (z.B. Kirkegaard)…

Als Musikerin hätte ich in meinem Leben nicht so wunderschöne Musik gemacht und gefühlt, wenn es all die Kirchenmusik (allen voran Johann Sebastian Bach, aber natürlich auch die Anfänge in der Renaissance-Zeit) nicht gegeben hätte.

Die Passionen von Bach sind für mich immer noch erhebend und dringen in mein Herz. Himmlische Musik!

Heute habe ich das Oster-Oratorium gehört. Zusammen mit dem Menschlein.

Tja. Und jetzt ist da mein neues Ich, das gerade bestürzt auf den Steuerbescheid geblickt hat und sich gefragt: Warum eigentlich noch?

Durch einen befreundeten Kantor hatte ich einigen Einblick in die evangelische Kirche. Meine und seine Meinung: Verlogenes Pack. Intrigen ohne Ende.
Ich nehme an, in der katholischen Kirche ist das auch nicht anders. Da hätten mich die vielen Kindesmissbrauchsfälle schon noch früher fliehen lassen.

Zurück zu Ostern.
Nun bin ich auch noch auf ein 99% veganes Leben umgestiegen.
Ostereier? Osterlämmchen? Nein danke!

Ich merke, dass meine Gedanken, mein Geist, aber auch meine Emotionen immer wieder abdriften zur Natur. Heidnische Bräuche interessieren mich.
Gestern war hier im Ort Osterfeuer. Ich war nicht dort, weil ich noch Einschlafstille und bei meinem Kind sein wollte. Aber sowas reizt mich.
Das Feuer symbolisiert die Sonne, der Frühling wird begrüßt! Herrlich!!

Feste für die Jahreszeiten. Der Natur danken für alles, was sie uns gibt.
So schön! Wofür brauche ich diesen Gott? Diese teilweise bizarren Regeln der Kirche?

Oder sollte ich der Einfachheit halber handeln wie die meisten Menschen?
Nicht wirklich glauben, zur Kirche gehen sowieso nie, aber dann Weihnachten und Ostern mit massenhaft Geschenken für die Kinder feiern? Was soll das eigentlich?
Will ich das?
Wie erkläre ich das meinem Sohn?
Aber wie erkläre ich ihm, dass wir nicht feiern wie alle anderen und er nicht einen Haufen Geschenke bekommt?

Ich denke, es würde gehen. Mit Ritualen.
Ich möchte mich in nächster Zeit damit beschäftigen.
Kennt sich jemand von Euch aus mit heidnischen Ritualen und Traditionen?
Frau Öm zum Beispiel?
Wie und wo lese und lerne ich was darüber?
Ich brauche Futter!

Ich weiß auch da, dass nicht alles was für mich sein wird.
Aber Feste im Einklang mit der Natur und den Tieren zu feiern, das passt heute zu mir.

Deshalb werde ich nächste Woche aus dieser Sekte Kirche austreten. Basta.

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8 Gedanken zu “Frohes Fest!

  1. Frohe Ostern auch euch!
    Glauben und Kirche gehört nicht unbedingt zusammen. Auch die Kelten und Germanen haben geglaubt und da gab es nicht den einen Gott. Ich bin gläubig, erziehe meine Kinder auch so und doch finde ich nicht gut was die Kirche macht. Es gibt einen Film, Stikmata, der das ausdrückt was ich denke und fühle. Denn da heißt es: Spalte ein Holz und ich bin da, hebe einen Stein auf und du wirst mich finden. Gott ist für mich nicht nur in der Kirche, somit mein Glauben weit und frei.
    Du wirst deinen Weg finden, zeige ihm was es alles für Religionen gibt, geht gemeinsam auf Entdeckungsreise.
    Schafft euch eure Rituale, genießt sie und euch
    Ganz liebe Grüße

    • Und ich hab mich wohl missverständlich ausgedrückt!? Mit Glauben meinte ich natürlich den christlichen Glauben. Schon klar, dass auch Heiden an Götter geglaubt haben und so weiter… 😉

  2. Warum suchst du direkt wieder nach neuen Regeln und Ritualen? Wenn du für dich fühlst und erkennst, dass du in der ev. Kirche nicht mehr richtig aufgehoben bist, kannst du dem doch den Rücken kehren und einfach bei und mit dir selber weitermachen… wozu das gleich wieder durch was Neues ersetzen? Es geht doch auch ohne das alles… und für Kinder entsteht da meiner Erfahrung nach auch keine Lücke; habe ich als Kind nicht empfunden und tun meine Kinder heute auch nicht, soweit ich das bei ihnen einschätzen kann. Heutzutage verwässert sich das ja (zum Glück) sowieso immer mehr. Viele liebe Grüße an dich 🙂

    • Gute Frage. Ich mag es z.B., den Frühling zu begrüssen oder für die Gemüseernte zu danken. Ich muss auch nichts machen, wo ein Stempel drauf ist, das stimmt. Aber die heidnischen Bräuche sind tolle Anregungen, finde ich.
      Habe auch vor, in der neuen Wohnung einen „Jahreszeitentisch“ einzurichten, wie Waldorfs das machen. Find ich einfach schön. 🙂

  3. Ich hab auch ewig nicht bei dir reingeschaut & jetzt kommt so ein spannendes Thema 🙂
    Du hast ja schon mitbekommen, dass ich Heidin bin. Ich hab vor über 10 Jahren einen Verein, den Eldaring, mitgegründet (www.eldaring.de) und wir sind ein sehr freigeistiger, eher unesoterischer, dafür eher geschichtlich interessierter und vor allem toleranter Haufen, die an die germanischen/nordischen Götter glauben. Kannst ja mal im Netz gucken.
    Es muss halt passen und man(frau) muss sich (in der Gemeinschaft) wohlfühlen.

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