Ein Kleinkind am Smartphone?

„Ih, pfui!“ – Werden jetzt Einige spontan ausrufen und mit dem Finger auf mich zeigen. Wie kann sie nur?
Und ja, ich habe mich dafür entschieden, meinem Sohn das Handy nicht zu verbieten. Ich habe mich sogar dafür entschieden, ihm eigene Apps zu installieren. Auch, damit er meine in Ruhe lässt.

Wir haben eine Seite auf dem iPhone, da sind nur Kinder-Apps drauf.
Wer das total daneben und bescheuert findet, der muss ja nicht weiterlesen.

Ich kann aber sagen, dass ich es mittlerweile alles andere als verwerflich finde, mein Kind ein paar Minuten am Tag mit dem Smartphone spielen und lernen (!) zu lassen.
Ich habe viele, viele, viele Apps angesehen und getestet… und dann sind sie nochmal durch die harte Kritik des kleinen Menschleins gewandert.
Auffällig ist, dass die übriggebliebenen fast ausschließlich bezahlte Apps sind. Das wird kein Zufall sein. Die Qualität hat eben ihren Preis. Find ich okay, man muss ja nicht alle auf einmal kaufen. Und ein gutes Buch kostet mehr. So what.

Und für alle, die sich ebenfalls dafür interessieren, möchte ich Euch hier unsere momentanen Lieblings-Apps vorstellen.
Ich hab jetzt nicht auf das empfohlene Alter geachtet. Mein Sohn ist ja erst anderthalb.
Aber ich finde ihn motorisch und kognitiv schon ganz schön weit, er kommt mit den vorgestellten Apps schon sehr gut klar und nein, das andere Spielzeug ist jetzt nicht out- im Gegenteil, das Smartphone ist einfach eins von vielen Spielzeugen im Alltag und damit vielleicht sogar uninteressanter als für all die Kinder, die es immer weggenommen und verboten bekommen. Wer weiß.

Auf Facebook bin ich in einer tollen „unerzogen“ (Danke für den Eintrag, Lena!) Gruppe mit ganz tollen Eltern.
Da fragte heute eine Mama nach unseren Apps. Und da ich solchen Spaß hatte, dort unsere Apps vorzustellen und gleichzeitig noch so viele Tipps bekam von anderen, beschloss ich, einen Blogeintrag daraus zu machen.
Für neue Ideen und Vorschläge bin ich dankbar! Immer her damit!

Hier also unsere schönsten iPhone Apps für Kleinkinder (sorry, ich hab nunmal ein iPhone/ iPad – denke aber, dass es die Apps bestimmt auch für Eure anderen Smartphones gibt!). Ach ja – ich möchte betonen, dass alle Apps das Prädikat „für Veganerkinder geeignet“ erhalten könnten- jedenfalls aus meiner Sicht. Z.B. der Bauernhof in der App „Schlaf gut“ könnte auch ein Gnadenhof sein. 😉

hut-affe schlaf-gut streichelzoo kleiner-fuchs
1. Den Anfang machen vier Apps der Firma „Fox & Sheep„. Mit Abstand meine Lieblings-Apps und auch das Menschlein ist bisher von diesen Apps am meisten angetan!

– Der „Hut-Affe“  (2,99 €) ist eine ganz wundervoll altmodisch (60er?) animierte App nach einem Bilderbuch von Chris Haughton. Mein Sohn quiekt schon vor Vergnügen, wenn der kleine Hutaffe auf der Startseite erscheint. Die App ist echt abgefahren schrill, aber zugleich sehr simpel gehalten. Mein Sohn liebt vor allem die Szenen, wo der Affe sich hinter Möbeln versteckt und man ihn „suchen“ muss, dann die wo er ihn mit Bananen füttern kann und die letzte, wo er mit ihm zusammen ein Buch ansehen und umblättern darf und dann am Ende, wenn der Hutaffe vor Erschöpfung eingeschlafen ist, das Licht ausmachen soll. Meistens möchte er dann selber an Mamas Brust und einschlafen.

– „Schlaf gut!“ (2,99 €) ist schon sehr lange unsere N°.1 – Eine liebevoll gestaltete Einschlaf-App, die ich erst gar nicht kaufen wollte aus veganer Sicht- weil es sich um einen Bauernhof handelt, auf dem man die Tiere „ins Bett“ bringen soll. Aber es ist kein klassischer Bauernhof zu sehen, zum Glück! Es geht los mit einer nett erzählten Vorgeschichte, dass alle schon schlafen… nur auf dem Bauernhof, da brennt noch Licht! (Man kann übrigens zwischen ca. 10 Sprachen wählen!) — Dann sieht man einen Hof, also nein, ein wundervolles Haus mit Garten, wo noch Lichter brennen. Ach, das müsst Ihr Euch selbst ansehen! Ich verspreche: Diese App werdet Ihr nicht bereuen!
Mein Sohn hat mit seinen 1,5 Jahren recht schnell kapiert, dass er die Tiere antippen kann, damit die noch was machen und auch, wo er bei jedem Tier das Licht ausschalten kann. Ganz am Ende sagt der Sprecher, dass der Einzige, der jetzt noch wach ist, DUUU bist, also das Kind, das die App ansieht. Jetzt aber schnell ins Bett und Licht aus. Dann machen wir das Licht aus und kuscheln uns ein. Ganz wundervoll.

– Den „Streichelzoo“ (2,99 €) habe ich heute erst gekauft, nachdem ich schon wochenlang drumrum geschlichen bin und ihn immer wieder weggeschoben habe… auch wieder weil er den Titel „Zoo“ trägt und das widerstrebt einer Veganerin nunmal, sorry.
(Bewertung folgt!)
Update (am nächsten Tag):
Also, das scheint die einzige Fox&Sheep App zu sein, für die mein Sohn noch zu klein ist. Die sich verbiegenden Tierchen gefallen ihm nicht, ich glaube, sie machen ihm sogar ein bisschen Angst. Er wollte die App nicht.
Nehme die Empfehlung (zumindest für das Alter) also wieder zurück!

– „Kleiner Fuchs“ (2,99 €) ist eine Musik-App, die wirklich Spaß macht. Wie alle Apps von Fox & Sheep so wundervoll liebevoll bis ins Detail gearbeitet, dass es auch Erwachsenen wirklich Spaß macht! Hier kann man drei Lieder („Old Mac Donald“, „Londons Bridge“ und „Der Mond ist aufgegangen“) auf Deutsch und Englisch anhören und mitsingen. Man kann aber auch auf Karaoke stellen und nur mitsingen oder sogar aufnehmen! Ja, „Old Mac Donald“ ist wieder auf den ersten Blick nicht vegan- es sind aber nur freie, lustige Tiere zu sehen, denen es sichtlich gut geht. 😉
Und dann gibt es noch das „Fox Studio“, eine abgefahrene Sache, wo man ganz viele Sounds machen und aufnehmen kann (wenn man dazu singt wird das mit aufgenommen!). Ich liebe die App jetzt schon, aber kann mir vorstellen, dass es noch cooler wird, wenn das Kind anfängt, selbst Aufnahmen zu produzieren!!

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2. Noch eine weitere Musik-App, die ich sehr mag ist „Beanie’s Musikinstrumente“ (1,99 €) des Platten-Labels „Naxos“.
Ein kleiner Teddybär stellt sehr „professionell“, aber kurz und knackig die wichtigsten Orchester-Instrumente vor. Allesamt wirklich schöne Hör-Beispiele, auf echten Instrumenten von Profis eingespielt. Finde ich als Musikerin empfehlenswert. Mein Sohn hat die App gerade etwas über, fand sie aber lange Zeit ganz toll und hat damit auch unbekanntere Instrumente kennengelernt. (Beim Becken sagt er jedenfalls schon „Bekka“ oder sowas ähnliches!).

3. Aus vielen, vielen Sound-Apps für Tiergeräusche haben wir „Die Kuh macht Muh!“ (kostenlos!) rausgepickt. Sehr simpel gehalten, ohne nervige Werbung und beinhaltet zwei Seiten- eine mit Tiergeräuschen und eine mit Fahrzeuggeräuschen. Man kann die Seite sogar mit einem Schloss sichern, so dass nichts verrutschen kann.

Das war jetzt ein kleiner Einblick in unsere schönsten Apps.
Nun bin ich bei der Recherche (Links und so) auf eine ganz tolle Kinderapp-Empfehlungs-Seite gestoßen, die ich Euch nicht vorenthalten möchte: „Beste Kinder Apps“ heisst sie.

Leider hab ich jetzt gerade Geld ausgegeben und eine lange Wunschliste gespeichert… ohoh.
Also, es wird sicher demnächst nochmal einen Blogeintrag geben, in dem ich Kleinkind-Apps vorstelle… wenn wir die alle ausprobiert haben.

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5 Gedanken zu “Ein Kleinkind am Smartphone?

  1. Habe übrigens heute morgen (am nächsten Tag, mit riesigen Augenringen…) ein paar Apps angemacht für den Sohn. Und wieder mal gemerkt: Lieber erst ohne Kind ausprobieren. Wir haben bestimmt 10 neue Apps angesehen. Alle doof. Es ist leider echt viel Schrott dabei. Und ich suche auch ganz gezielt nur Sachen aus, die ich musikalisch, sprachlich und ästhetisch irgendwie vertreten kann!! Das wollte ich nochmal gesagt haben.

  2. Ich erlaube meinem Sohn auch das Tablet oder Handy zu benutzen. Wir haben auch Apps für ihn drauf, die ich allerdings nicht so gut finde. Ich werde mir mal die 2 von Fox&Sheep besorgen und schauen, ob die besser ankommen 🙂 Mein Problem ist, dass ich nicht gut bin im Regulieren. Also er hat das Ipad und irgendwann bekomme ich ein so schlechtes Gewissen und nehme es ihm weg und er weint natürlich sehr. Mir fehlt da das Vertrauen, dass er es von sich aus wegpackt. Klappt das bei euch? Mit dem Telefon geht das eigentlich, da spielen wir nicht mit Apps. Da findet er es nur immer lustig und toll, wenn Siri mit ihm spricht und wir „ihn“ fragen, wie der Fuchs macht 🙂

    • Nein, selber wegpacken geht hier nur sehr selten. Meistens sage ich, dass es jetzt erstmal genug ist, biete aber schnell was anderes „zu tun“ an… meistens klappt das gut… dann meckert er kurz, aber ist okay.

  3. Ist überhaupt kein bisschen mein Ding, Kinder so früh an’s Handy/ Computer zu setzen… aaaaaber ich finde es supersupersupergut, dass du es hier hinschreibst und dich nicht dem Gruppenzwanger der Alternativen unterwirfst und – wenn du eben nicht anti Medien bist- es offen sagst.
    Und außerdem habe ich frech reden, weil mein Mann gerade den ganzen Tag hier ist und die Kinder bespaßt und ich nicht weiß, wie Alleinerziehende es hinbekommen. Ich kann es mir einfach nicht vorstellen.
    Deswegen mach dich gerade dieser Beitrag total menschlich und damit sympathisch.

    Liebste Grüße

    • Danke für Deinen lieben Kommentar!! Ich war mir auch immer gaaaaanz sicher, dass ich ihn bis mindestens 3 Jahre von solchen Medien fernhalten werde. Aber irgendwie hat es sich jetzt so ergeben. Ich lasse ihn ja auch nur ganz gezielt seine Apps gucken, zeitlich sehr begrenzt und meist bin ich direkt dabei!! Meine Meinung hat sich etwas geändert, seit ich gesehen habe, wie geschickt er schon das Smartphone bedienen kann. Der Hammer! Ich bin überzeugt, dass das auch fördert und nicht überfordert!
      Viel, viel schlimmer finde ich Fernsehen!! Denn da kommt alles ungefiltert und mit Werbung! Das würde ich nicht wollen. Zum Glück haben wir keinen Fernseher! Und das wird auch so bleiben. 🙂

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