Kindergarten-Entscheidungsfindung

Nun doch mal wieder ein Blogeintrag. // Update: Gerade wieder ausgegraben vom 24.10.2016 und überarbeitet.

Es brennt mir auf der Seele- denn ich muss mich irgendwie sortieren.

Seit Wochen bin ich dabei gewesen, mir Kindergärten anzusehen, die evtl. für uns in Frage kämen. Vier Stück insgesamt. Ich ändere die Namen etwas, soll „anonym“ bleiben.

1. Am Wald
2. Getruds Haus
3. Im Schloß
4. Waldorf

1 und 4 waren von vornherein meine Favoriten- aufgrund von einem ersten Besuch im Waldorf und Berichten von Bekannten und Freundinnen.

Die beiden mittleren waren eher so „ich guck mir auch mal was Reguläres an“ – und das sollte sich auch bestätigen. Deshalb werde ich zu den beiden auch nichts wirklich schreiben, außer vielleicht, dass ich teilweise entsetzt war, wie mit den Kindern umgegangen wird. Meins ist es nicht.

Ich suche also nach einer zugewandten, liebevollen Betreuung für meinen Sohn, der im Januar 3 wird.
Zuhause leben wir ja eher „unerzogen“. Wem das was sagt, der weiß, dass es darum geht, dem Kind auf Augenhöhe zu begegnen. Im Umgang wie in etwa mit einem Partner. Ohne Schreien, ohne übermässiges Lob und Strafen, ohne körperliche und psychische Gewalt. Mein Kind soll möglichs frei aufwachsen, mit viel Raum, seine eigenen Interessen und Begabungen zu entdecken und zu entwickeln. Ich sehe mich dabei als Helferin, als Fördererin, aber nicht als „Erzieherin“ im Sinne von „ich ziehe das Kind da hin, wo ich es hin haben will“.
Ich wiederhole mich gerne: Das Wort „Er-ziehung“ klingt in meinen Ohren furchtbar.
Ich nenne es eben lieber Beziehung.

Jetzt aber zu den Kindergärten. Vielleicht habt Ihr noch Ideen und Denkanstöße, denn die zwei übriggebliebenen KiGas haben mich beide auf ihre Weise beeindruckt und haben Vor-und Nachteile, sind aber grundverschieden.
Ich versuche mal, meine Eindrücke niederzuschreiben und etwas zu sortieren.

Der Vergleich hinkt vielleicht auch etwas, da ich „Am Wald“nur ca. 2,5 Std. mit Kind war und heute dann im „Waldorf“ einen ganzen Vormittag ohne Kind (8-12 Uhr). Aber Eindrücke hatte ich trotzdem von beiden einige.
Im Waldorf möchte ich trotzdem nochmal zusammen mit Kind gucken gehen- am Wald war er gleich dabei.

AM WALD:

Der KiGa ist vom Gebäude her hell, modern, großzügig, kurz gesagt.
Er hat ein riesiges Außengelände mit tollen Spielgeräten, Pumpe und alles aus Holz.

Das Konzept ist offen. Oder halboffen. Keine Ahung, wie man das genau nennt.
Es gibt schon Gruppen in den einzelnen Räumen, die nach Farben benannt sind (grüne Gruppe, gelbe Gruppe, rote Gruppe, blaue Gruppe), aber jeder Raum ist ein „Funktionsraum“.

Am Morgen treffen sich alle Kinder in ihren Gruppen mit ihrem Erziehern.
Eine Stunde, glaube ich. Dann gibt es einen Morgenkreis und der Tag ist „offen“, das heisst, die Kinder können frei wählen, in welchem Raum und was sie spielen.

Die Funktionsräume sind:

grün = Atelier (Malen und Basteln)
gelb= Spiele, Autos, Buchstaben & Zahlen, Kuschelecke („Hochbett“)

zwischen grün und gelb: Experimentierzimmer für „Versuche“ und ein Computer, wo die Vorschulkinder einen „Computer-Führerschein“ machen können.

zwischen rot und blau: Ruheraum

rot = Theater (mit kleiner Bühne), Höhle, Kuschelecke („Hochbett“)

blau = Bewegungsraum (mit dicken Sport-Matten, Sprossenwand etc.)

Essen (ist mir wichtig- wir leben ja vegan): Würde zumindest vegetarisch gehen.

Hier gibt es außerdem eine (nur!) Nachmittags-Gruppe – sowas habe ich sonst in keinem anderen KiGa gefunden- immer nur vormittags oder ganztags!
Das würde ich einerseits für den Einstieg ganz attraktiv finden – ich kann auch nachmittags arbeiten- vielleicht sogar besser, wird sich noch zeigen- Vorteil wäre, dass wir morgens mit Aufstehen und Frühstück keinen Streß bekommen- das hat man ja später noch früh genug, finde ich.
Andererseits würden wir dann trödeln wie jetzt jeden Tag und das ist zwar gemütlich, aber manchmal nervt es mich auch, weil ich dann nix gebacken bekomme.

In diesem Kindergarten gibt es „Projekt-Arbeit„- jedes Kind kann wählen, an welchem Projekt es mitmachen möchte, die werden von den Erziehern vorher vorgestellt.

Außerdem wird mit „Portfolio„-Mappen gearbeitet- das finde ich eigentlich sehr schön- auch als Erinnerung für später!

Noch etwas Negatives fällt mir gerade ein:
Zum Einen wird hier nicht wirklich auf Ernährung geachtet (natürlich KEIN Bio)…
Zum Anderen durfte ich sogar in der kuren Zeit, die ich da war 2 Szenen beobachten, die mir absolut missfallen haben:

1. Szene: 2 Mädchen kommen zur Erzieherin gestürmt, die mich rumführt und rufen: „Frau X, wir haben als Belohnung Gummibärchen bekommen, weil wir so toll aufgeräumt haben!“ – Ich bin absolut kein Fan von Belohnungs-Erziehung (und damit auch nicht von Bestrafungen!) und außerdem möchte ich nicht, dass meinem Sohn dort Süßigkeiten zugesteckt werden, ohne dass ich gefragt werde!

2. Szene: Ein Mädchen hat wohl einen schlechten Tag, ist wütend und läuft durch die Außentür (hat hier jeder Raum, immer offen) nach draußen, obwohl die Kinder zu diesem Zeitpunkt nicht mehr raus sollen… eine Erzieherin stürmt hinterher, reisst (!) das Mädchen am Arm zurück und keift sie hart an, dass sie das nicht machen darf!! Horror.
Ich möchte auf keinen Fall, dass jemand so mein Kind anpackt und es anbrüllt!

 

WALDORF:

Früher war für mich ganz klar: Waldorf ist toll! – Obwohl ich eigentlich keine großartige Ahnung hatte. Ich dachte immer nur: „Freie Kinder, schöne Atmosphäre, Öko, viel Holz“ usw… die Klischees halt.

Deshalb war ich auch ganz hin und weg, als ich vor ca. einem Jahr unseren KiGa hier besichtigt habe.

Wunderschönes, in den 80ern gebautes, Waldorf-Gebäude, ganz viel Holz, warme Farben, keine rechten Winkel, viel Holz- so typisch Waldorf-heimelig halt!
Ganz toll und gemütlich!

Ich meldete uns sofort für 2017 an und dachte eigentlich gar nicht dran, mir noch was anderes anzusehen, da auch der Weg dort hin ganz okay ist (Fahrradstraße vor unserer Haustür, dann ca. 500 Meter 30er-Zone und einen Feldweg runter)… etwa 10 Minuten mit dem Rad (wir haben ja kein Auto)- der am Wald KiGa ist ca. doppelt so weit weg!

Auch der Waldorf hat einen tollen Außen-Bereich (hier einfach „Garten“ genannt!), allerdings nicht mit so fetten Spielzeugen, was da natürlich ganz bewusst so gemacht wird, da die Kids ja lieber selbst Ideen finden sollen.

Ich war jetzt vor Kurzem einen ganzen Vormittag dort hospitieren und habe deshalb schon einen besseren Einblick bekommen.

Es gibt dort 2 KiGa Gruppen: Mond und Sonne. Unsere wäre die Sonne.

Als ich dort war, wurde ich gleich „eingebunden“ und bekam auch eine Aufgabe (was ausschneiden)… da dort nie jemand untätig rumsitzt (finde ich schön, aber irgendwie auch etwas „stressig“… man hat immer das Gefühl, es wird was von einem erwartet).

Es ist dort typisch, dass alles einen festen Rahmen hat (also totaler Kontrast zu dem anderen KiGa), auch typisch Waldorf… alles hat einen Rhythmus und feste Abläufe.

Auch dort gibt es einen Morgenkreis… wenn die Kinder ankommen, sind die Vorhänge noch zugezogen, alles scheint noch zu schlafen.
Die Kinder dürfen ruhig spielen oder malen und „ankommen“…
Wenn alle da sind bzw. zu einer bestimmten Uhrzeit gibt es dann den Morgenkreis auch hier.
Besonders beeindruckt haben mich die antroposophischen Fingerspiele und Reigen, die wirklich deutlich den ganzen Körper beanspruchen.

Im Morgenkreis werden hier dann tatsächlich auch Aufgaben verteilt: z.B. Spüldienst, Toilettendienst, Tisch decken, Öltropfen (vor dem Rausgehen), Harfe (beim Reinkommen nach dem Draußenspiel) usw… ich war sehr fasziniert, wie die Kinder sich um diese Dienste reissen- auch um die unangenehmen!

Mitten im Raum steht eine Küche!
Alles wunderschön und aus Holz. Man findet hier im ganzen KiGa garantiert kein Plastik!
Die Idee ist, dass die Erzieher den Alltag zuhause „nachspielen“… also, es wird vor und mit den Kindern gekocht und gegessen, abgewaschen und gefegt usw…
Und das alles wird fröhlich begleitet von passenden (immer gleichen) Liedern- um zu betonen, dass das alles schöne Dinge sind, die man da tut.
Die Kinder werden motiviert, aus eigener Kraft Tätigkeiten zu übernehmen und sehen diese als „Spiel“. Wunderbar!
Als ich dort war, hat eine Erzieherin mit wunderschöner Stimme beim Kochen „Der Herbst ist da“ gesungen- so innig und schön, dass ich Tränen in den Augen hatte! Ich musste sofort an mein Menschlein denken- bestimmt verliebt er sich in die Frau, wenn er dort ist.
All das vermittelt auch Geborgenheit!

Ich bin ja eigentlich so ein Fan von „unerzogen“- aber diese klare Struktur hier hat mich tief beeindruckt und ich glaube, dass den Kindern das gefällt. Sie wissen immer, was als nächstes kommt- und das gibt natürlich auch eine gewisse Sicherheit.

Eine Bekannte von mir kritisiert genau diesen KiGa aufs Härteste- was mich die letzten Monate immer mehr verunsichert hat. Zum Einen meint sie, die Erzieher würden nicht genug auf die Kinder eingehen und mit ihnen so gut wie nicht sprechen. Zum anderen würde die Vorstandsvorsitzende alles an sich reißen und alleine entscheiden.
Letzteres kann ich natürlich nicht beurteilen- dafür habe ich einfach nicht genug Einblick. Wäre natürlich furchtbar- immerhin sollte so ein Waldorf KiGa ja eine Elterninitiative bleiben und von gemeinsamen, demokratischen Entscheidungen leben…
Zum ersten Punkt kann ich nur sagen: Vielleicht ist das ja in der anderen Gruppe so. In der von mir „besichtigten“ jedenfalls absolut nicht! Ich fand alle drei Erzieherinnen sehr den Kindern zugewand, aufmerksam, freundlich und gesprochen haben sie auch wirklich viel mit den Kindern.
Ich habe nicht beobachten können, dass ein Kind weggeschickt oder ignoriert wurde, wenn es mit einem Erwachsenen sprechen wollte.
Auch den Kritikpunkt, die Kinder dort könnten alle nicht richtig sprechen aufgrund der Vernachlässigung kann ich nicht nachvollziehen… ich wurde von einigen Kindern regelrecht umringt und zugetextet. Und die konnten alle prima sprechen, fand ich!

Ich war oft wirklich gerührt, wie liebevoll und anmutig alles abläuft.
All diese kleinen „Zeremonien“ und andächtigen Momente.
Allerdings habe ich auch gedacht, dass es dadurch schon sehr „in Watte gepackt“ ist und ob sich da ein Junge, der sich auch mal auspowern will, wohl fühlt, weiß ich nicht.
Es durften aber auch Jungs raufen und draußen haben sie sogar mit Stöckern gekämpft, ohne dass einer was gesagt hat. Also, es wird nicht alles gebremst.

Das Essen ist hier immer demeter und vegetarisch- vegan sollte allerdings kein Problem sein.
Sie würden dann einfach z.B. beim Brei einen extra Topf mit Hafermilch machen. Fein.

Ach ja, um 10 gibt es hier ein gemeinsames Frühstück nach Steiners Ernährungslehre:
An diesem Tag gab es Reis (Milchreis), an anderen Tagen Hafer, Hirse, Roggen, glaube ich… und einen Tag werden Brötchen selbst gebacken.

Auch sonst haben die Tage wohl Themen.
Ich war ja montags da, da wird gemalt, glaube ich- jedenfalls durften einige Kinder aquarellieren- fand ich aber ehrlich gesagt etwas dürftig gemacht.
Dienstags wird immer den ganzen Tag raus gegangen (an den anderen Tagen natürlich auch zeitweise!).
Von einem anderen Tag weiß ich noch, dass da immer Eurythmie ist.
Sonst hab ich da noch nicht so den Durchblick.
Vielleicht könnte ich da sogar einen eigenen Musikkurs irgendwann einbauen- wer weiß!

Jedenfalls: Rundum hatte ich auch hier ein gutes Gefühl!
Aufgrund der Nähe ist der KiGa wieder etwas mehr Favorit geworden.
Und auch, weil ich meine Ängste nicht bestätigt gefunden habe bisher.

Ich mag einfach diesen respektvollen Umgang auch gegenüber der Natur und den Materialien.
Beim Essen wird zwar auch Gott gedankt- aber vor dem Essen gibt es einen Tischspruch mit Dank an Mutter Erde.
Überhaupt spielen hier ja die Jahreskreis-Feste eine große Rolle (leider auch die christlichen).

Demnächst besuchen wir wieder den schönen Martini-Markt. Ich werde bestimmt berichten.
Den Laternen-Zug machen die immer intern.. und mit echten Kerzen! So schön, dass es das noch gibt- war bei uns früher auch noch so (im „normalen“ Kindergarten)!

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Fazit: Ich weiß es noch nicht!!

Höre mir gerne Eure Meinungen dazu an- vielleicht helfen die mir ja, bei der Entscheidung weiter zu kommen!

Es wird wohl Waldorf

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Noch haben wir Zeit bis zum Eintritt in den Kindergarten. Ich habe mich ja ganz bewusst entschlossen, mich bis zum dritten Geburtstag möglichst ausschließlich alleine um meinen Sohn zu kümmern.
Bewusst gegen Fremdbetreuung und damit unkontrollierte Prägung.
Das war allerdings bevor ich wusste, ob und wie selbstbewusst in seinem Tun und vor allem wie gewitzt das Menschlein werden würde. Mein kleines Baby. Ich habe in letzter Zeit immer öfter das Gefühl, ein Kindergartenkind vor mir zu haben. Dieses „Um-die-Ecke-Denken“, der Humor, die „Rollenspiele“… so oft sage ich zu meiner Mutter: „Wie ein Kindergartenkind!“. Und auch aus anderen Mündern höre ich ähnliche Kommentare.  Er ist immer noch ein „Mamakind“, klebt an mir wo es nur geht- dafür brauchten wir aber nie einen Schnuller, Schnuffeltuch oder Kuscheltier… wollte er einfach nicht. Habe ihm alles angeboten, aber Mama scheint zu reichen. Sie ist ja immer da.

Nun hat es sich ergeben, dass mir vielfach gesagt wurde, ich müsse mich aber schnell, schnell um einen Kindergartenplatz bemühen, wenn ich ihn bis zum 3. Geburtstag unterbringen wolle!
Also fix im Waldorfkindergarten angerufen… tarra! – 3 Tage später fand sowieso eine Art Infotag statt. Nix wie hin.

Ich kann Euch gar nicht beschreiben… ich bin selbst nie in eine Waldorf-Einrichtung gegangen, kenne nur 1-2 von innen… aber diesmal betrat ich den Kindergarten und hatte nicht einen Moment das Gefühl, irgendwie fremd zu sein. Man ist einfach da. Alles ist dort warm, erdig, Holz überall, die verwinkelte Architektur, dieses Heimelige… ich habe mich sofort wohl und zuhause gefühlt!
Das Menschlein hat diesen ersten Termin leider verschlafen. Ich war aber sicher, es würde ihm auch gefallen. An dem Tag nahm ich das Anmeldeformular mit, da es mir sinnvoller vorkam, sich persönlich nochmal vorzustellen zur Anmeldung. Ich kenne die Sekretärin aus einem anderen Mütter-Kreis persönlich und auch sie sagte mir, dass sie das gerne haben, wenn sie ein Gesicht zuordnen können.

Also bin ich ein paar Tage später mit dem Menschlein hin geradelt. Vergnügt denkend, dass DAS dann einmal unser Kindergarten-Weg sein wird: Vor der Tür beginnt bei uns eine Fahrradstraße. Die fahren wir komplett entlang, unter Bäumen. Danach über eine Kreuzung, aber dann eine ruhige 30er-Zone und einen asphaltierten Feldweg. Da sind wir.
Wunderschön! Ca. 15 min. Fahrzeit. Ideal.
Bei heftigem Wetter könnten wir auch den Bus nehmen und müssten dann eine Straße runter laufen. Geht auch.

Das Gespräch mit der Leiterin war ebenfalls sehr nett und sie sagte mir sofort zu, dass wir einen Platz bekommen. Damit hatte ich gar nicht gerechnet! Sie meinte aber, sie könnten natürlich die Plätze locker mit ihren Krippen-Kindern füllen. Aber lieber seien ihnen natürlich Eltern, die auch am Waldorf-Gedanken großes Interesse hätten und sich damit identifizieren können.
Also solche wie ich. Haha. Prima!

Etwas besorgt fragte ich noch nach den Finanzen. Aber es ist, wie es ist: Der KiGa ist städtisch gefördert, der Platz kostet nur 27 Euro mehr als ein städtischer Platz, nämlich die Gebühr für Frühstück, Waldorf und e.V – das Frühstück würde man ja vermutlich auch an einem regulären KiGa extra bezahlen müssen.

Und da wären wir auch gleich bei den Dingen, die mich noch mehr begeistert und überzeugt haben:

Es gehört zur Waldorf Pädagogik, dass das Essen dynamisch-biologisch (meist Demeter) ist, hier komplett vegetarisch (damit kann ich leben- vielleicht kann ich für das Menschlein sogar komplett vegan organisieren, es klang nicht ganz unmöglich). Jeder Gruppenraum hat eine eigene Küche- ebenfalls typisch ist, dass die Kinder nicht „erzogen“ werden, sondern durch Vorleben begeistert werden- dazu zählt, dass mit Spaß und Liedern typische Haushaltsarbeiten gemeinsam verrichtet werden. Da werden regelmässig die Frühstücksbrötchen gebacken, Tische gedeckt und wieder ab, abgewaschen usw… auch z.B. zum Fegen gibt es ein eigenes Lied.

Nach Steiners Ernährungslehre gibt es immer an bestimmten Tagen einen Brei (Hafer, Hirse und noch etwas, vergessen)… auch, damit die Kinder sich dadurch an den Wochentagen orientieren können. Diese wiederkehrenden Regelmässigkeiten sind auch ganz bewusst eingesetzt. So gibt es auch z.B. einen Tag, wo komplett (!) raus gegangen wird, bei Wind und Wetter … oder z.B. immer freitags findet Eurythmie statt, ein anderer Tag beinhaltet eine Bastel-Aktion usw.

Ich habe immer gedacht, mir sei Waldorf „zu dogmatisch“ – aber was ich bisher gehört, gelesen und auch dort in Gesprächen erfahren habe, gefällt mir wirklich außerordentlich. Wie immer höre ich da auf mein Gefühl. Und das sagt ganz laut JA!

Ach ja! Zum Gespräch und zur Anmeldung bei der Leiterin war das Menschlein ja dann mit- wir durften danach noch in den Garten (bewusst nicht „Spielplatz“ genannt… überhaupt gibt es dort kein wirkliches „Spielzeug“… Plastik sucht man eh vergebens, auch beim Gespräch zog die Leiterin für das Menschlein eine Schublade mit Holzklötzen raus…) und was soll ich sagen… das Menschlein wollte gar nicht mehr weg und spielte und spielte… ich hatte wirklich Mühe, den kleinen Kerl wieder in den Fahrradanhänger zu locken!


Und jetzt am Wochenende waren wir dann noch beim Martinimarkt, der traditionell im November stattfindet. Wundervoll. Ganz heimelige Atmosphäre mit vielen, vielen (natürlich echten!) Kerzen und Aktionen, schöne Gerüche (wir haben auch eine Orange mit Nelken gespickt!) und einem Basar…

Hier unser „Moosgärtlein“… leider haben wir keinen Wichtel mehr abbekommen. Schade.
Und nächstes Jahr machen wir dann auch weniger Gesteck und mehr „Gärtlein“… hihi.

Also: Ich freue mich drauf! Auf die Zeit im Kindergarten!

Hier noch was in bewegten Bildern
(oje, jetzt mache ich schon Werbung… ):